Marc Lautenbacher


Marc Lautenbacher

Marc Lautenbacher wurde 1956 in Stuttgart geboren. Als er im Jahr 2002 zum ersten Mal nach Québec – in die mit Abstand größte kanadische Provinz – reiste, war ihm sofort klar, dass er „sein“ Land gefunden hatte. Auf weiteren Reisen entdeckte Marc Lautenbacher den angenehmen Lebensstil in Kanada und so beschloss er 2007, sich in Québec niederzulassen. Seit 2013 ist Marc Lautenbacher kanadischer Staatsbürger.

Mehr über Marc Lautenbacher auf seiner Homepage: www.zeitgeist-quebec.ca

Bisher veröffentlicht:

Eine Liebeserklärung an Kanada

Marc Lautenbacher mit Buch Geliebtes KanadaIn Geliebtes Kanada erzählt Marc Lautenbacher über seine Erlebnisse und Erfahrungen in diesem riesigen Land. Dabei gibt er nicht nur persönliche Einblicke in das Leben eines Auswanderers in Kanada, sondern liefert auch überraschende Einsichten in Kunst, Kultur und Geschichte des Landes.

Die schönsten Naturreservate in Québec

In Nationalparks im Osten Kanadas beschreibt Marc Lautenbacher 30 der interessantesten Naturreservate des Landes. Zu jedem Park erfährt man detaillierte Tipps zur Anreise und Ausstattung, zu Öffnungszeiten, Unterkunfts- und Wandermöglichkeiten.

MANA-Verlag: Beschreiben Sie Kanada in einem Wort:
Marc Lautenbacher: …ausgedehnt!

MANA-Verlag: Was möchten Sie in Kanada unbedingt noch sehen oder erleben?
Marc Lautenbacher: … ich würde gerne einmal ganz in den Norden von Québec reisen, dort, wo es keine Straßen mehr gibt, um mehr über die Kultur der Inuit zu erfahren, um zu fotografieren und um einen der größten Nationalparks im Osten Kanadas zu besuchen, der in der Sprache der Ureinwohner “Tursujuq" heißt. Um die immensen Ausmaße ein wenig zu verdeutlichen muss man sich vorstellen, dass seine Fläche den Bundesländern Hessen, Saarland, Berlin, Hamburg und Bremen zusammen genommen entspricht. Er wurde nach dem im Parkgebiet liegenden Meeresgolf benannt, den die Inuit “Tursujuq" nennen. Und dann muss ich natürlich einmal nach Lunenburg in “Neu Schottland", der ältesten deutschen Siedlung Kanadas, die ja bloß einen Katzensprung (!) mit lächerlichen 1.095 km von Québec entfernt liegt!

MANA-Verlag: Was mögen Sie in Kanada so gar nicht?
Marc Lautenbacher: …ich würde sagen, dass viele Kanadier keine besonders guten Umgangsformen und Tischmanieren besitzen. Auch sind die Leute hier selten zuverlässig! Mein Zahnarzt zum Beispiel lässt mich immer einen Tag vor meinem längst vereinbarten Termin anrufen, um sicher zu gehen, dass ich auch erscheine. Keine Selbstverständlichkeit hier!

MANA-Verlag: Wo ist Ihr Lieblingsplatz in Nordamerika?
Marc Lautenbacher: …eindeutig in Québec Stadt, wo ich wohne, alles (ja, wirklich alles) habe was ich brauche und wo ich mich sehr wohl fühle.

MANA-Verlag: Haben Sie ein kanadisches Lieblingstier?
Marc Lautenbacher: …schon als Kind war ich fasziniert vom Biber. Es ist ja das einzige Tier, dass seine Umwelt durch eine ausgeklügelte Landschaftsarchitektur selbst verändern kann, und das unermüdlich und im ganz großen Stil. Damals hatte ich natürlich noch absolut keine Ahnung, dass ich eines Tages einmal in der Heimat meines Lieblingstieres leben werde.

MANA-Verlag:
Mein geliebtes Kanada ist …
Marc Lautenbacher: …wunderbar heiß in den Sommermonaten, schneereich mit garantiert weißen Weihnachten im Winter mit viel blauem Himmel, herrlich farbenfroh im Herbst und aufregend im Frühjahr, wenn die Tage wieder länger werden und die Röcke kürzer! Gerade in meiner Stadt Québec gibt sich ein Festival nach dem andern die Hand, fast ohne Unterbrechung von Mai bis Oktober ist was los im Städtchen. Auch im Winter feiert man hier den größten Karneval des Landes, egal bei welchen Temperaturen – alles im Freien wohlgemerkt. Es ist immer noch berauschend für mich, wie hier die Menschen ihre Lebensfreude ausdrücken.

MANA-Verlag: Was ist für Sie der größte Unterschied zwischen Kanada und Deutschland?
Marc Lautenbacher: … ich würde sagen, das Klima. Mit Temperaturen im Sommer bis 35 Grad PLUS und im Winter mit Temperaturen bis 35 Grad MINUS!!! Aber nicht zu vergessen das ausgesprochen entspannte, respektvolle und unverkrampfte, tägliche Leben hier. Viel Interessantes dazu ist in meinem Buch „Geliebtes Kanada“ nachzulesen.

MANA-Verlag: Gibt es in Deutschland Plätze, die Sie an Kanada erinnern?
Marc Lautenbacher: Ich weiß es noch wie heute: kurz, nachdem ich in München meine kanadische Freundin Marie kennengelernt hatte, machte ich ihr folgenden Vorschlag: „Soll ich Dir einmal zeigen, wo es in Bayern genauso wie in Kanada aussieht?“ Sie war sofort einverstanden und wir fuhren die nur 70 Kilometer von München an den Staffelsee bei Murnau in Oberbayern. Besonders der Blick vom Südufer aus, genauer bei Geratsried auf die 7 Inselchen und das Naturufer des Sees machte die Kanada-Illusion perfekt.

MANA-Verlag: Und umgekehrt: Gibt es in Kanada Plätze, die Sie an Deutschland erinnern?
Marc Lautenbacher: Ja, denn das erste Mal, als ich mit Marie im Jahr 2002 Québec besuchen konnte, kam ich in eine Stadt, die mich sofort an Deutschland erinnerte und in der ich mich deshalb gleich recht heimisch fühlte. Insbesondere die historische Altstadt von Québec mit ihren verwinkelten Gassen, den vielen Gebäuden aus Naturstein und dem Kopfsteinpflaster ist hier wirklich ganz wie in der alten Heimat – in etwa so wie in Bremen, Tübingen oder auch wie in Nürnberg, das ich gut kenne.

MANA-Verlag: Können Sie unseren Lesern einen guten Tipp zum „Überleben“ in Kanada verraten?
Marc Lautenbacher: Also, ich kann hier nur für die frankophone Provinz von Québec sprechen. Wenn Sie mit „Überleben“ meinen, dass Sie sich hier etablieren und ein neues Leben aufbauen wollen wie meine Wenigkeit, dann sollten Sie unbedingt Französisch beherrschen! Ein Französischkurs von dreieinhalb Monaten in Vollzeit plus 8 Wochen Schriftsprache-Kurs ist im übrigen für alle Einwanderer gratis. Noch viel mehr Tipps sind natürlich in meinem Buch zu finden.

Wenn Sie mit „Überleben“ aber meinen, worauf man achten sollte, wenn man in Ostkanada auf Reisen unterwegs ist, dann ist meine klare Empfehlung: Immer (!) etwas Proviant dabei haben und mit dem Auto immer (!) an der nächsten Tankstelle voll tanken, auch wenn der Tank noch halb leer ist! Läden und Tankstellen außerhalb der Städte sind dünn gesät.

MANA-Verlag: Wo und wie schreiben Sie?
Marc Lautenbacher: Ich schreibe am liebsten in meinem Büro und das ganz ohne Musik, da brauche ich einfach Ruhe. Da die kalte Jahreszeit hier sehr schneereich ist und einen Monat länger dauert als in München, schreibe ich bevorzugt in den Wintermonaten. Nach einem ausgiebigen Frühstück und der Lektüre in „National Geographic“ oder dem „Spiegel“ gehts dann los, manches Mal bis spät in die Nacht hinein. Denn das Leben in Québec findet im Sommer fast ununterbrochen im Freien statt und dann habe ich keine richtige Muse zum Schreiben.

MANA-Verlag: Was machen Sie am liebsten?
Marc Lautenbacher: … Musik! Ich war von 1975 bis 1987 aktiv in verschiedenen Bands als Schlagzeuger unterwegs und ich bin immer noch infiziert von diesem Virus, selber Musik zu spielen und auch zu komponieren. Die digitale Welt bietet mir heutzutage ja fantastische Möglichkeiten, von denen ich immer geträumt hatte und so produziere ich jedes Jahr ein Album mit „meiner Musik“ – einfach nur so für mich und für gute Freunde! Gleich an zweiter Stelle kommt selbstverständlich das Erlebnisreisen mit meiner Freundin Marie in aller Herren Länder – der letzte Trip war nach Kuba.

MANA-Verlag: Was bringt Sie so richtig auf die Palme?
Marc Lautenbacher: Ich bin eigentlich ein recht gutmütiger Charakter. Aber die Absage in letzter Minute vor einem lange geplanten Treffen – egal, aus welchem Grund – bringt mich echt auf 180!

MANA-Verlag: Und was wollten Sie eigentlich als Kind werden?
Marc Lautenbacher: … sehr gut erinnere ich mich, dass ich immer auf diese Frage spontan „Naturforscher!“ geantwortet hatte. Schon in der ersten Klasse des Gymnasiums fiel mir auf, dass mir alles, wirklich alles, was im Biologieunterricht besprochen wurde, ohne jegliche Anstrengungen im Gedächtnis hängen blieb. Noch heute weiß ich, obwohl das nun ein halbes Jahrhundert her ist, den wissenschaftlichen Namen „Ajuga reptans“ des Kriechenden Günsel oder auch „Ranunculus acer“ des Scharfen Hahnenfußes, der im Volksmund Butterblume heißt, als wir ein Herbarium anlegten. Auch mein Vater erkannte diese Begabung und so schenkte er mir die in den 60er Jahren erschienene Enzyclopädie Grzimecks Tierleben, wo ich meinen Wissensdurst über jegliches Lebewesen stillen konnte. Zu Weihnachten, Ostern, Beginn der Sommerferien und zu Geburtstagen überreichte er mir einen der 13 Bände, jeweils 500 bis 600 Seiten stark. Aus vielen Gründen jedenfalls bin ich Naturforscher nicht geworden. Sicher ist aber, dass meine große Liebe zur Natur in meinem Buch „Nationalparks im Osten Kanadas“ erst heute seinen adäquaten Ausdruck gefunden hat.

Abenteuer REISEN-Autoren im MANA-Verlag