Fünf Länder, die das Schicksal der Erde in Händen halten


Nur ein Viertel der Erde sind heute vom Menschen unberührt und mehr als 70 Prozent dieser intakten Wildnis liegen in gerade mal fünf Ländern dieser Erde. Sie tragen eine enorme Verantwortung für den Planeten, der innerhalb eines kurzen Zeitraumes eine Fläche größer als Indien verloren hat.

Russland, Kanada, Australien, die USA und Brasilien – sie sind die Hoffnungsträger der Erde, wie eine aktuelle Studie der australischen Universität von Queensland jetzt herausfand. Denn diese fünf Länder beheimaten neben der Antarktis einige der letzten noch unberührten Wildnisregionen der Welt. Mehr als 70 Prozent aller intakten Ökosysteme liegen in diesen Ländern.

Forscher schlagen Alarm

Das Forscher-Team machte sich 2016 auf, um diese unberührten Regionen der Erde zu kartographieren. Die Wissenschaftler, die die Studie nun im Fachmagazin „Nature“ veröffentlicht haben, schlagen nun Alarm. Denn sie glauben, dass wir uns gefährlich nahe an der Schwelle befinden, an der ganze Systeme zusammenbrechen könnten.

„Vor einem Jahrhundert wurden nur 15 Prozent der Erdoberfläche von Menschen für den Anbau von Getreide und für die Viehzucht genutzt”, sagte James Watson von der Fakultät für Umweltwissenschaftender der Universität von Queensland. Heute seien dagegen mehr als 77 Prozent des Landes – außer der Antarktis – und 87 Prozent des Ozeans durch die direkten Auswirkungen menschlicher Aktivitäten verändert worden.

Foto: Niklas Hamann

Nach wie vor fehlen internationale Rahmenbedingungen

Insgesamt ist heute nur noch ein Viertel der Erde – Land- wie auch Meeresgebiete – vom Menschen unberührt. Vor allem in den vergangenen hundert Jahren hat der Mensch enormen Raubbau betrieben. Die wenigen heute noch intakten Räume sind inzwischen die einzigen Rückzugmöglichkeiten für Tierarten, die durch Abholzung und Überfischung bedroht sind. Auch im Bezug auf den Klimawandel sind sie wichtige Kohlenstoffspeicher und zudem bedeutend für die Qualität unseres Wassers.

Doch der Raubbau geht nach wie vor weiter. „Es mag schwer zu glauben sein, aber zwischen 1993 und 2009 ist ein Gebiet größer als Indien – rund 3,3 Millionen Quadratkilometer – durch Siedlungen, Landwirtschaft, Bergbau und andere Belastungen verloren gegangen“, sagte Watson. Trotz der schockierenden Zahlen bestehen nach wie vor keine internationalen politischen Rahmenbedingungen, um die verbleibende Wildnis zu schützen. „Das muss sich ändern, wenn wir verhindern wollen, dass die intakten Ökosysteme der Erde vollständig verschwinden“, sagen die Forscher.

„Ökologischer Fußabdruck der Menschheit wird permanent größer“

Ähnlich alarmierende Fakten hat auch der Living Planet Report des WWF vergangene Woche veröffentlicht. Demnach gehen auch die Tierbestände seit 40 Jahren enorm zurück: Laut des Index sind die Bestände der Wirbeltiere zwischen 1970 und 2014 um 60 Prozent zurückgegangen. Am schlimmsten war der Rückgang laut des WWF in den 1980er- und 1990er-Jahren, aber bis heute verringern sich die Bestände jedes Jahr um durchschnittlich zwei Prozent.

Der Index belegt zudem, dass die Menschheit seit 40 Jahren mehr natürlich Ressourcen nutzt, als die Erde erneuern kann. „Der ökologische Fußabdruck der Menschheit wird permanent größer“, heißt es vonseiten der WWF. Inzwischen bräuchte es 1,7 Erden, um den Ressourcenverbrauch der Menschheit zu decken. Diese Überbeanspruchung der Erde müsse ein Ende haben, fordert die Umweltschutzorganisation.


 

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