Neuseeland: Eintrittspreise für das Naturparadies steigen

Eintrittspreise für Naturparadies Neuseeland steigen


Mit der Verfilmung „Der Herr der Ringe“-Trilogie von J.R.R. Tolkien ist weltweit eine neunstündige Werbeshow für Neuseelands Natur berühmt geworden und der Tourismusboom begann. Spätestens seit „Der Hobbit“ hat jeder mitbekommen, was das Land zu bieten hat und die Ströme der Touristen reißen nicht ab. Mittlerweile kommen jährlich fast so viele Besucher wie Einwohner die Inseln bevölkern. Neuseelands Infrastruktur ist jedoch nicht darauf ausgerichtet und so zieht die Regierung nun Konsequenzen.

Neuseeland: Eintrittspreise für das Naturparadies steigen

Einführung einer Touristensteuer in Neuseeland

Ab dem Jahr 2019 soll eine Touristensteuer eingeführt werden, die jeder bei der Einreise zahlen muss. Ausnahmen gelten für Australier und Einwohner der umliegenden pazifischen Inseln. Es ist auch zu erwarten, dass sich Visa für Studenten und Arbeitende verteuern. Die Steuer wird wahrscheinlich 35NZ$ (umgerechnet etwa 20€) betragen und 39 bis 55 Millionen NZ$ in die Regierungskassen spülen. Das eingenommene Geld ist zum Ausbau der Infrastruktur und zur Entlastung der Gemeinden angedacht.

Während im Jahr 1998 „nur“ 1,475 Millionen Besucher nach Neuseeland kamen, so hat sich die Zahl inzwischen mehr als verdoppelt. Zwischen April 2017 und April 2018 bereisten 3,8 Millionen Touristen das Land. Mit dem Hintergrundwissen, dass der Inselstaat nur 4,8 Millionen Einwohner und der Touristenzustrom innerhalb der letzten Jahre drastisch zugenommen hat, ist es verständlich, dass die Infrastruktur des Landes damit überfordert sein muss.

Neuseeland: Eintrittspreise für das Naturparadies steigen

Foto: rawpixel

Die entstandenen Probleme

Die Highways sind zu kurvig und selten mehr als einspurig, was vorsichtig fahrende Touristen in großen Campervans zu Verkehrshindernissen macht. Mülleimer sind selten und falls vorhanden oftmals überfüllt, ebenso wie die zu kleinen Parkplätze. Dies hat zur Folge, dass Müll die Natur verschmutzt und Reisende, das in der Regel verbotene, Wild-Campen riskieren. Wanderwege sind nicht auf die Kapazität der Benutzer ausgelegt, Hütten und Campingplätze müssen Monate im Voraus gebucht werden. Dies trifft auch auf andere Ferienunterkünfte, beliebte Strände und Ausflugsziele zu. Hierunter leiden wiederum die Einheimischen, die in ihren Ferien Schwierigkeiten haben, noch an einen Platz an ihrem „eigenen“ Strand zu finden.

Es ist recht offensichtlich, dass die Masse an Touristen Neuseeland in wirtschaftlicher Hinsicht zwar gut tut, das Land aber gleichzeitig vor enorme Herausforderungen stellt. Naturschutz, Wirtschaft, zufriedene Bürger und begeisterte Touristen unter einen Hut zu bringen, ist keine leichte Aufgabe. So bleibt zu hoffen, dass die Einnahmen der durchaus gerechtfertigten Steuer an der richtigen Stelle ausgegeben werden und Natur und Menschen davon profitieren.

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Foto: Hamish Clark


 

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