Au Pair in den USA: Antworten auf die wichtigsten Fragen

Au Pair in den USA: Antworten auf die wichtigsten Fragen


Wir haben die Autorin des Ratgebers “Au Pair in den USA” und Expertin in diesem Themenbereich Birgit Ermer gebeten, einige Fragen zu beantworten, die viele junge Menschen haben, bevor sie den Schritt in eine Gastfamilie wagen.

Wissenswertes

Was sind typische Au Pair-Aufgaben?
Kurz und knapp: Kinderbetreuung, Mithilfe im Haushalt, Teil einer amerikanischen Familie werden und deren Alltag begleiten. Daneben hat man noch die Chance, bezahlte Weiterbildungskurse zu besuchen und die USA kennenlernen!

Worin unterscheidet sich das amerikanische Familienleben vor allem vom deutschen?
Der Rhythmus ist anders. Generell ist der Alltag und dementsprechend auch das Familienleben in den USA anders getaktet: In den meisten Fällen arbeiten beide Elternteile, jedes Familienmitglied – egal ob groß oder klein – ist „busy“ und hat seine eigenen Aktivitäten.

Welche Gastgeschenke sind gern gesehen?
Alles, was typisch für das eigene Land bzw. die eigene Kultur ist. Gerne auch den oft belächelten Kitsch und am besten etwas mit Funktion, zum Herzeigen und etwas für jedes Familienmitglied. Also zum Beispiel Süßigkeiten, regionales Handwerk, typische Touristenartikel und so weiter. Aber bitte die „No Gos“ beachten!

Haben Sie gute Tipps, die die RĂĽckkehr nach Deutschland erleichtern wĂĽrden?
Zusätzlich zu den Infos im Buch sei gesagt: Grundsätzlich verliert man die USA ja nicht, genauso wenig wie man sein Heimatland verliert, wenn man als Au Pair nach Amerika geht. Von daher muss man Heimweh – ob nun nach Deutschland oder nach den USA – einfach zulassen. Das gehört dazu! Au Pairs nehmen neben vielen Andenken auch Rituale mit zurück nach Hause. So feiern sie zum Beispiel Thanksgiving mit Truthahn und Co. Ganz oft wird sehr schnell der nächste Besuch bei der Gastfamilie oder den Au Pair-Freunden geplant. Einige Organisationen bieten Aktivitäten und Aktionen für ehemalige Au Pairs an, bei denen die Zurückgekehrten von ihren Erfahrungen berichten können – das hilft vor allem dann, wenn die eigene Familie und Freunde irgendwann keine „USA-Au Pair-Erinnerungen“ mehr hören können!

Au Pair in den USA: Antworten auf die wichtigsten Fragen

Foto: Guillaume de Germain

Eine tolle Zeit

Welche Erfahrungen empfinden ehemalige Au Pairs als besonders prägend?
Schwer zu sagen, denn jedes Au Pair schreibt ja eine ganz eigene Geschichte. Aber weg von zu Hause zu sein, ein Teil des amerikanischen Alltags und des Familienlebens zu werden, Amerika von „innen“, ungeschönt und echt kennenzulernen, neue Freundschaften sowie spontanes Reisen bleiben wohl jedem Au Pair in Erinnerung.

Was sollte man als Au Pair unbedingt erleben?
Alles und so viel wie möglich – es gibt so viel zu tun und zu entdecken in den USA. Auch der Alltag, andere Au Pairs, neue Hobbies und Aktivitäten sowie die Gastfamilie und das neue Zuhause bieten unzählige Chancen. Einfach ausprobieren und herausfinden, was gefällt.

Inwiefern verändert ein solcher Aufenthalt junge Menschen?
Die Lieblingsfrage vieler Eltern und Lehrer! Na klar wird man selbstständiger und reifer, wenn man so ein Projekt wagt und „unbekanntes Terrain“ mit einer neuen Kultur erlebt. Englisch wird keine Fremdsprache mehr sein und jede/jeder soll sich das aus dem Auslandsaufenthalt mitbringen, was er oder sie sich wünscht und braucht: Mut vielleicht, Zeit zum Nachdenken, neue Freunde, bisher unbekannte Stärken und so weiter.

Au Pair in den USA: Antworten auf die wichtigsten Fragen

Foto: Kevin Delvecchio

Hilfe bei Problemen

Welche Aufgaben sind unangebracht und darf man dementsprechend ablehnen?
Grundsätzlich alles, was nicht den Vorgaben des amerikanischen „Au Pair-Gesetzes“ entspricht und gegen die Bedingungen des J1-Visa verstößt. Dann muss man natürlich auch noch mal genau hinsehen, wie die einzelnen Au Pair-Organisationen die Aufgaben für ihre Programmteilnehmer definieren …

Wie spricht man eigene Probleme am besten an?
Da gibt es leider kein Patentrezept. Ich würde raten, immer erst einmal durchzuatmen und sich der eigenen Situation bewusst zu werden. Eventuell eine Pro- und Kontra-Liste erstellen, um besser abwägen zu können, dann außerdem die Unterstützung der Organisation in den USA und im Heimatland nutzen – oft hilft einem ein verstrauliches Gespräch schon viel weiter. Und nicht vergessen: Auch eine Gastfamilie besteht aus verschiedenen Menschen mit Stärken und Schwächen, und wer nicht an seiner Situation arbeitet, der wird diese nicht verändern. Wenn ein ernstes Gespräch unumgänglich ist: Vorbereitung ist Trumpf, ein Lächeln sowie ein „Bitte“ und „Danke“ auf den Lippen hilft immer – und dann einfach in die Situation stürzen …

Was kann man tun, wenn man mit den Kindern nicht klarkommt?
Tja, auch kleine Menschen sind nicht immer einfach. Aber sie sind eben noch klein(er) und werden deshalb eher aus dem Bauch heraus als mit dem Kopf reagieren. Klar gibt es die Option, den Betreuer in den USA zu kontaktieren und schlieĂźlich in letzter Konsequenz die Gastfamilie zu wechseln. Ich wĂĽrde aber immer erst einmal versuchen, auf die Kids zuzugehen, eventuell die Gasteltern zu Rate ziehen – und manchmal muss sich das Au Pair einfach anpassen und denken: „Was soll’s, sind ja nicht meine eigenen Kinder.“

Vielen Dank an Birgit Ermer fĂĽr das Beantworten der Fragen!

Header Foto: Maarten van den Heuvel


 

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