Au Pair in den USA - Trumpland

Amerika – Das neue “Trumpland”?


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Trotz Trump nach Amerika?

“Du möchtest als Au Pair ins Ausland gehen?”
„Ja, genau!“
„Cool und wo geht´s hin?“
„USA!“
„Was? Nicht Dein Ernst! Findest Du etwa den Trump gut?“

So oder so ähnlich gestalten sich derzeit viele Gespräche, wenn zukĂĽnftige Au Pairs ĂĽber ihre USA-Pläne berichten! Die Vereinigten Staaten und Trump werden aktuell in einem Atemzug genannt. Kein Tag vergeht, in dem der 45. Präsident der USA nicht in den deutschsprachigen Medien diskutiert wird. Egal ob durch seine politischen Entscheidungen, sein Auftreten oder die eigenwillige Nutzung sozialer Netzwerke; Trump sorgt fĂĽr Aufmerksamkeit. Ständig und ausdauernd  – und das seit seiner Wahl im November 2016.  Wenn es nicht der US Präsident selbst ist, dann schafft es mit Sicherheit die First Lady, ein anderes Mitglied des Trump-Clans oder seines Stabs, in die Schlagzeilen.  Es scheint fast so, als wäre Amerika zu „Trumpland“ geworden!

 

Urlaub in Amerika

Wer also in diesen Wochen den Urlaub in den USA plant, der bekommt zwar die üblichen Tipps und Ratschläge für Touristen mit auf den Weg, muss sich aber kaum rechtfertigen. Ein Besuch in den USA ist schön und gut, schließlich kann es nicht schaden, sich einmal anzusehen wie das Leben in Amerika derzeit so abläuft. Und egal ob man aus der EU als leidenschaftlicher Gegner Trumps in die USA reist oder doch als stiller Befürworter, die zahlreichen Touristenattraktionen, National Parks und anderen Highlights der USA kann auch der aktuelle Präsident nicht schmälern. Immerhin dauert der Urlaub ja in der Regel nur wenige Wochen und dann kehren die Touristen mit ihren meist recht einseitigen Beobachtungen und prall gefüllten Koffern zurück nach Hause.

 

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Leben und Arbeiten in Amerika

Au Pairs fĂĽr Amerika ergeht es da anderes: Leben in den USA und das fĂĽr ein ganzes Jahr? In einer amerikanischen Familie arbeiten? “Lieber nicht! Wer weiĂź was diesem Präsidenten noch so alles einfällt! Die „Amis“ seien derzeit nicht mehr zu verstehen”, so berichten mir manche Eltern und vor allem ältere Personen in den letzten Wochen.

Wirklich? Haben wir die Amerikaner in den vergangenen Jahren immer verstanden und ihre Handlungen und Entscheidungen voraussehen können? Oder ist es nicht genau das „anders sein“, nicht den Normen entsprechen und die Diversität, die an den USA seit jeher so faszinieren?

Für viele meiner Au Pair-Bewerber hat sich an der Faszination für die USA nichts geändert:  Ja, die USA sind anders als Deutschland, Österreich oder die Schweiz. Das betrifft nicht nur den Alltag der Menschen, sondern auch das denken, handeln und eben auch die politische Situation! Genau deshalb zieht es die Au Pairs in die USA; sie möchten die USA hautnah erfahren und begreifen. Nicht als außenstehende Beobachter oder Touristen die nur einen punktuellen Eindruck gewinnen, sondern als aktiver Teil der amerikanischen Gesellschaft!  Ich finde es fantastisch, dass gerade junge Menschen erkennen, wie wichtig es ist, sich einen persönlichen Eindruck zu verschaffen und zwar nicht online oder nur durch die Medien, sondern vor allem durch eigenes Erleben vor Ort!

 

Au Pair in den USA

 

Politik im amerikanischen Alltag

Dann gibt es da noch eine andere Aussage, die meine Arbeit mit Au Pairs in den letzten Monaten prägt:  „Politik war gar kein Thema, als ich mich mit meiner Gastfamilie unterhalten habe!“ Diese Erfahrung machen die meisten Au Pairs und das ist auch gut so! Denn egal welche politische Gesinnung amerikanische Eltern haben, allen liegt das Wohl ihrer Kinder und deren gute Betreuung am Herzen.  Und genau deshalb gibt es das Au Pair-Programm in den USA! Au Pairs werden gebraucht in Amerika  und dies ist unabhängig vom jeweiligen US-Präsidenten! Nicht nur, dass sich das amerikanische Au Pair-Programm zu einem beachtsamen Business gemausert hat;  das Visa und auch die gesetzliche Verankerung des US Au Pair-Programms bieten Sicherheit und haben sich seit Jahrzehnten bewährt. Warum sollte also ein aktueller amerikanischer Präsident an einem reglementierten  und staatlich überwachten Programm rütteln wollen, welches amerikanischen Eltern die Möglichkeit gibt Berufstätigkeit und Familienleben perfekt zu verbinden?

Wichtiger noch als der kulturelle und politische Aspekt bei der Betrachtung der derzeitigen Situation für Au Pairs in den USA, ist der Faktor Mensch! Die Amerikaner – egal für welchen Präsidentschaftskandidaten sie im vergangenen Herbst auch ihr Kreuz gemacht haben – sind noch die gleichen, die Obama und auch Bush jun. in das Amt gewählt haben. Ein Präsident verändert nicht die Menschen, auch wenn uns dies die Medien eventuell Glauben lassen wollen! Warum sollte sich also an der guten Beziehung zwischen Au Pairs und ihren US Gastfamilien etwas verändern? Ganz im Gegenteil – intensives gegenseitiges Kennenlernen ermöglicht vielleicht auch einen Austausch in politischer Hinsicht! Und wenn nicht? Gestalten wir denn in Europa Freundschaften ausschließlich nach politischer Gesinnung oder zählt nicht auch hier Zuneigung und Persönlichkeit? Warum reduzieren wir also Amerika derzeit so stark auf Demokraten und Republikaner, oder eben pro und contra Trump?

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass Au Pairs vor allem mit Kindern arbeiten und diese sind ja eigentlich so gar nicht an Politik interessiert. Stattdessen wünschen sich Kinder wie auch deren Eltern, dass sie ihrem Au Pair vertrauen können und die Kinder Spaß und eine gute Zeit haben! Wunderbar einfach, oder?

 

Machen Sie sich ein eigenes Bild von Amerika

In diesem Sinne freue ich mich derzeit umso mehr über jedes mutige Au Pair das sich für die USA entscheidet und sich ein eigenes Bild von Amerika und seinem aktuellen Präsidenten macht – nicht, dass dieser im amerikanischen Alltag wirklich so viel Beachtung findet und wichtig wäre!

Let´s go Au Pairs, become part of America because you truly help to make it great (again)!

 

von Birgit Ermer


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